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Weltrevolution ArtikelBuch-Tipp: Alles fühlt. Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften Mit Herz und Seele ist dieses Buch geschrieben!!! Ich hatte es ganz spontan nur wegen des Titels gekauft, weil Fühlen das Einzige ist, das in der sichtbaren Welt real und unverfälscht ist. Und ich wurde nicht enttäuscht. Da geht einer mit offenen Sinnen durch die Welt. Ein kleiner Wermutstropfen ist der mittlere und leider größere Teil des... Eine Weltrevolution ist, nach marxistischer Auffassung, eine solche Revolution, die aus der nationalen Revolution ohne Unterbrechung erwachsen und zu dem Sozialismus führen soll. Schon Karl Marx und Friedrich Engels waren der Meinung, dass der Sozialismus ca. unter internationalen Gesichtspunkten verwirklicht werden muss: "Die Emanzipation der Arbeiterklasse (ist) weder eine lokale, noch eine nationale, sondern eine soziale Aufgabe" (Marx, Gründungserklärung der Internationalen Arbeiterassoziation).
Marx bekanntestes Werk, das "Kommunistische Manifest", endet mit den Zeilen: "Proletarier aller Länder vereinigt euch!". Unter Lenin wurde der Gedanke der Weltrevolution noch als Leitidee angesehen, und so wurde in dem März 1919 die Dritte, die Kommunistische Internationale ([Komintern) gegründet. Die Aufgabe dieser Organisation war, die noch nicht vereinte und siegreiche, aber zumindest existierende Weltrevolution der Jahre 1917-1926 um jeden Preis zu unterstützen : "Aus den dargelegten Grundsätzen folgt, daß die gegenseitige Annäherung der Proletarier und werktätigen Massen aller Nationen und Länder zu dem gemeinsamen revolutionären Kampf für den Sturz der Gutsbesitzer und der Bourgeoisie zu dem Eckstein der gesamten Politik der Komintern in der nationalen und kolonialen Frage gemacht werden muß." (Lenin, Ursprünglicher Entwurf der Thesen zur nationalen und kolonialen Frage).
Die Revolutionen in ganz Europa, deren erste und einzig erflogreiche die Oktoberrevolution blieb, wurden jedoch allesamt blutig niedergeschlagen, oder aber, wie die deutsche Novemberrevolution, auf bürgerliche Wege geführt. Nach dem Tode Lenins kam es in der Sowjetunion zu dem offenen Machtkampf zwischen dem Generalsekretär der KPdSU und zukünftigen Despoten Joseph Stalin und dem Revolutionär und späteren Führer der Linken Opposition, Leo Trotzki. Die Nachfolge sollte den Fortgang der internationalen Politik der Sowjetunion bestimmen. Stalin befürwortete einen nationalen Kurs der "Neutralisierung der Weltbourgeoisie" und der diplomatischen Verhandlung, was mit einer These ideell untermauert wurde, die der Aufassung von Marx und Engels deutlich widersprach("Sozialismus in einem Lande"): "Früher hielt man den Sieg der Revolution in einem Lande für unmöglich, da man annahm, daß zu dem Siege über die Bourgeoisie eine gemeinsame Aktion der Proletarier aller fortgeschrittenen Länder oder jedenfalls der Mehrzahl dieser Länder erforderlich sei. Jetzt entspricht dieser Standpunkt nicht mehr der Wirklichkeit. Jetzt muß man von der Möglichkeit eines solchen Sieges ausgehen" (Stalin, Über die Grundlagen des Leninismus). Trotzki verteidigte gemäß seiner Theorie der permanenten Revolution, der theoretischen Basis seines Lebenswerkes, die Parole der Weltrevolution, die auf der Analyse Marx' fußte, dass in einer internationalen Produkitonsweise jeder Gedanken an das längerfristige Überleben einer autarken Wirtschaftsorganisation ein Hirngespinst sei. In dem Gegensatz zu Stalin hielt er den Sozialismus in dem nationalen Rahmen gerade in einem so rückständigen Bauernland wie Russland für unmöglich: "»Glauben Sie etwa«, erwiderten mir in den Jahren 1905 bis 1917 dutzende Male die Stalins, Rykows und alle sonstigen Molotows, »daß Russische Förderation für die sozialistische Revolution reif ist?« Darauf habe ich immer geantwortet: Nein, das glaube ich nicht. Aber die Weltwirtschaft als Ganzes und vor allem die europäische Wirtschaft ist für die sozialistische Revolution völlig reif." (Trotzki, Die permanente Revolution).
Stalin, der wie seine Nachfolger die Rolle des Oberhauptes einer totalitären Bürokratie spielte, verwarf zugunsten des status quo die Notwendigkeit der Weltrevolution, und ließ auch keine Gelegenheit aus, dies den verbündeten "Friedensfreunden" zu versichern, wie man einem Interview (Scripps-Howard Newspapers, Ausgabe des 1. März 1936) mit dem amerikanischen Journalisten Roy Howard entnehmen kann.
Während diesee Unterhaltung spielte sich in etwa folgende Szene ab:
"Wie steht es mit den Plänen und Zielen in bezug auf die Weltrevolution?", so die Frage Howards. Darauf behauptete Stalin: "Solche Pläne und Zielen hatten wir niemals". Auf die perplexe Stammelei "Ja, aber..." Howards antworte der Sowjetdiktator, alles sei "die Folge eines tragischen Missverständnisses", worauf Howard, der sich nun wieder einigermaßen gefangen hatte, "Eines tragischen Missverständnisses?" nachhakte. Nach einer nun folgenden, leicht spitzfindigen und hier irrelevantenErörterung, die mit dem Ergebnis endete, dass das Vermuten von Plänen einer Weltrevolution bei der sowjetischen Führung ein tragikomisches Missverständnis sei, fuhr Stalin fort, zu dozieren: „Export der Revolution – das ist Unsinn. Jedes Land führt seine Revolution selbst durch, wenn es so will, wenn es aber nicht will, so wird es keine Revolution geben. Unser Land zu dem Beispiel wollte die Revolution durchführen und hat sie durchgeführt.“
Kritiker der Weltrevolution warfen dem Postulat meist vor, dass sie den Weltfrieden gefährde. Andererseits werden die stalinistische nationale Engstirnigkeit samt seiner Folgen von trotzkistischer Seite für die totalitäre Entartung und den Untergang der Sowjetunion verantwortlich gemacht.
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